Warum man sich einen Kauf der Google Fitbit Air gut überlegen sollte
Gekaufte Marketingleute (Influencer) berichten aktuell überall über die vermeintlich neue, „schlaue“ Uhr „Fitbit Air“ von Google. Sie wird hochgelobt, doch die Berichterstattung ist einseitig. Negative Aspekte werden gar nicht erst erwähnt.
Was genau ist die Google Fitbit Air?
Die Google Fitbit Air wird als „Smartwatch“ vermarktet. Weder die Abmessungen noch eine besonders lange Akkulaufzeit machen sie außergewöhnlich, sondern der fehlende Bildschirm. Damit ist sie im Grunde weder Uhr noch Smartwatch, sondern ein einfacher Fitness-Tracker mit einem optisch wenig ansprechenden Armband, der nicht einmal integriertes GPS bietet.
Ersetzt dieser Fitness-Tracker andere Smartwatches?
Hier sollte man die eigenen Bedürfnisse hinterfragen. Wer möchte einen optisch unauffälligen Tracker ohne Display tragen und zusätzlich eine klassische Uhr anlegen? Eine einfache Garmin oder ein Modell von Pebble bieten eine bessere Akkulaufzeit und einen deutlich größeren Funktionsumfang. Wer weniger als ein Drittel des Preises ausgeben möchte, greift zu Fitness-Trackern von Xiaomi. Diese bieten ebenfalls eine lange Akkulaufzeit sowie ein echtes Display.
Negative Aspekte der Google Fitbit Air
- Google stellt regelmäßig Dienste ein: Das Problem bei Google ist nicht nur die Datenerfassung, sondern die Ungewissheit über die Langlebigkeit der Software. Stellt Google den zugehörigen Dienst ein (siehe Killed by Google), wird die Hardware unbrauchbar und kann entsorgt werden.
- Fokus auf Smartphones, Aus für Webversionen: Google zieht sich zunehmend aus dem Desktop-Bereich zurück. Die Auswertung der Fitnessdaten über Google Health war früher am PC und am Smartphone möglich. Die Webversion wurde mittlerweile vollständig eingestellt. Man ist nun zwingend auf das kleine Smartphone-Display angewiesen, um die eigenen Daten einzusehen.
- Keine Smartwatch, sondern reiner Aktivitäts-Tracker: Ohne Display gibt es keine Zeitanzeige. Eine separate Uhr oder das Smartphone muss also immer mitgeführt werden.
- Eingeschränkter Funktionsumfang: Die Einschränkungen ergeben sich aus künstlichen Software-Grenzen und dem fehlenden GPS-Empfänger. Warum das Gerät trotz fehlendem Bildschirm und ohne GPS nur eine Woche Akkulaufzeit erreicht, bleibt unverständlich.
Beispiel-Szenario: Entspannter Spaziergang mit dem Hund
Beim Spaziergang mit dem Hund bleibt das schwere Smartphone idealerweise zu Hause. Erwartet werden eine einfache Zeitanzeige sowie eine automatische Streckenaufzeichnung via GPS und eine zuverlässige Schlafaufzeichnung. Das sind Standardfunktionen, die viele Smartwatches seit vielen Jahren beherrschen.
Die Google Fitbit Air stößt hier an ihre Grenzen. Eine automatische Erkennung von Spaziergängen startet erst nach 10 bis 20 Minuten ununterbrochener Bewegung. Bleibt der Hund stehen, werden lediglich Schritte gezählt, was auch ein extremer Günstig-Tracker von Temu beherrscht. Für eine durchgängige Aufzeichnung muss man vor dem Spaziergang das Smartphone zur Hand nehmen, um die Aktivität manuell zu starten und nach der Rückkehr wieder zu beenden.
Wer das Smartphone zu Hause lässt, weil es in der kurzen Hose stört oder man die Ruhe genießen möchte, muss komplett auf eine GPS-Aufzeichnung verzichten. Das Gerät besitzt keinen eigenen GPS-Empfänger und greift nur auf das GPS des Handys zurück. So kann der Hersteller mit „7 Tagen Laufzeit“ werben, während der Smartphone-Akku intensiv belastet wird.
Immerhin lässt sich eine Aktivität manuell starten und ohne mitgeführtes Handy aufzeichnen. Diese Funktion wurde jedoch erst kürzlich per Update nachgereicht. Zuvor brach die Aufzeichnung ab, sobald die Bluetooth-Verbindung abriss. Die Schlafaufzeichnung ist in Ordnung, wird aber selbst von 30-Euro-Trackern von Xiaomi detaillierter geliefert.
Wer auf ausführliche Statistiken setzt, findet keine Webversion mehr vor. Die Auswertung am Smartphone ist unkomfortabel. Derzeit bleibt nur der Ausweg, Daten per API abzugreifen und sich selbst eine lokale Lösung zu bauen, wobei Google nicht einmal sämtliche Rohdaten bereitstellt.
Fazit
Die Google Fitbit Air ist nicht per se schlecht, bietet gemessen am Preis jedoch sehr wenig. Für etwa 30 Euro gibt es schmale Fitness-Tracker von Xiaomi mit Display und einer Woche Akkulaufzeit, wodurch eine zusätzliche Uhr überflüssig wird. Zudem ist der Kundenservice bei anderen Herstellern oft zugänglicher als der weitgehend automatisierte Support von Google.